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„Traurige trösten“ zählt zu den Werken der Barmherzigkeit. Diesen Dienst verdeutlichte die Außenstelle Oerlenbach der Sozialstation Bad Kissingen erstmals mit Andacht und Begegnung für alle, die im letzten und in diesem Jahr einen Angehörigen durch Tod verloren haben.

Dieses gemeinsame Gedenken soll künftig - wie Schwester Martina Ugo erklärte - alljährlich angeboten werden, um die Verbindung vom Leid Betroffener und Pflegekräfte der Caritas zu erhalten.

Vor 15 Jahren bot die Caritas in Bad Kissingen diese Form der Trauerarbeit schon an. In den letzten Jahren aber nahm man davon Abstand. Jetzt belebte die Außenstelle Oerlenbach diese Idee neu und lud zu der Begegnung die Angehörigen derer, die ein Familienmitglied durch Tod verloren haben, ein. Und nahezu alle kamen, um miteinander zu gedenken und sich im Anschluss bei Kaffee und Kuchen auszutauschen.

"Unser irdisches Leben ist nicht alles, wie es im Lied 'Wir sind nur Gast auf Erden' zum Ausdruck kommt", verdeutlichte Diakon Franz Hey zu Beginn der Andacht, die Siegfried Kessler an der Orgel umrahmte. Ein Bild für das, was dem irdischen Ende folge, schildere der Apostel Johannes in seiner Vision mit Tor zur Ewigkeit und Blick in den neuen Himmel. "Der Schmerz ist groß, wenn jemand aus unserer Mitte gerissen wird. Wir dürfen darauf vertrauen, dass unsere Verstorbenen neue Heimat bei Gott gefunden haben und dass sie uns segensreich zur Seite stehen", betonte Hey und verwies auf das Bonhöffer-Lied 'Von guten Mächten treu und still umgeben', das der evangelische Pfarrer angesichts seines gewaltsamen Todes im KZ froh verfasste.

Mit der Geschichte von zwei Nachbarbäumen, von denen einer vom Blitz getroffen wurde, ermutigte die Teamleiterin der Außenstelle Margit Geiger, dass der allein gebliebene Baum sich zunächst schwer tat, um seine Einsamkeit und Ängste zu ertragen, aber dann neuen Mut und neue Kräfte entwickelte um die entstandenen Lücke zu überwinden. "Wir sind mit Ihnen ein Stück gemeinsam gegangen. Trotz aller Trauer wollen wir ein Licht der Hoffnung entzünden", fügte Ingrid Vorndran Mitarbeiterin der Außenstelle an. Für jeden, der aus irdischen Dasein ging, wurde eine Kerze entzündet als Symbol, dass die Helligkeit den Schleier der Finsternis durchdringt. Gebete, Fürbitten und Lieder rundeten die Andacht ab.

Jeder Angehörige erhielt als Zeichen für neue Zuversicht eine Kerze. Viel Zeit blieb, um mit den Pflegekräften die gemeinsame Zeit nachzuerleben und neue Kraft zu schöpfen. "Künftig wollen wir einmal im Jahr zusammen kommen. Das wird uns allen gut tun, um schwierige Situationen gemeinsam zu ertragen und den Blick nach vorne zu richten", gab Martina Ugo mit auf den Weg.

Text: Stefan Geiger, Oerlenbach

 

 

 

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