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Zahlreiche Interessierte und in der Familie selbst betroffene Angehörige kamen zum Informationsstand des Caritasverbandes anlässlich des Welt –Alzheimertages 2014.Christine Unsleber, Pflegedienstleitung der Caritas- Sozialstation St. Marien und Daniela Wehner, Caritas- Fachstelle für pflegende Angehörige, informierten rund um das Thema Demenz. Medizinische Aspekte standen weniger im Fokus. Eher das für Gesunde fremd wirkende, berührende oder auch merkwürdige Verhalten der an Demenz erkrankten Personen wurde hinterfragt.

Dass die Pflege eines Menschen mit Demenz zu Hause, neben Gefühlen von Zusammenhalt und Fürsorge, auch heftige Spannungen und Konflikte innerhalb der Familie bedeuten. Hinterfragt wurde jedoch auch, was die Demenz für die betroffene Person bedeutet und was wichtig für demenzkranke Menschen ist. Eine Demenz wirkt sich auf das Erinnerungsvermögen, Verständnis, Orientierung, die Sprache und den gesamten Alltag aus.
So schilderte eine pflegende Ehefrau, dass sich ihr Mann nicht mehr eigenständig wäscht am Morgen. Gleichzeitig Hilfestellung jeglicher Art massiv ablehnt und sich sogar im Bad einschließt. Dann passiert es, dass statt dem Shampoo die Körperlotion auf den Haaren landet. Oder das Duschgel auf der Zahnbürste.
Tägliche nervenaufreibende Auseinandersetzungen sind vorprogrammiert. Zur Hilflosigkeit der Ehefrau kommt erschwerend hinzu, dass eine Pflegestufe abgelehnt wurde, da aus Sicht des Gutachters kein ausreichender Hilfebedarf vorliege. Das macht deutlich, warum Angehörige große Hemmungen haben, über die Demenz ihrer Angehörigen zu sprechen. So war niemand bereit, sich direkt am Info – Stand fotografieren zu lassen. Es fällt immer noch schwer, mit dem „Tabu – Thema“ Demenz an die Öffentlichkeit zu treten.
Deshalb bedarf es weiterhin der öffentlichen Aufklärung. Demenz ist keine Schande, sondern eine Krankheit, die uns vielleicht alle, früher oder später, selbst einmal treffen kann!

Bei Interesse an einer kostenlosen Schulungsreihe in Kooperation mit der BARMER GEK oder bei Fragen zu Demenz wenden Sie sich an die Caritas- Fachstelle für pflegende Angehörige, Daniela Wehner, unter 0971 / 7246 9113.

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