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Campact-Aufruf gegen die Caritas: wichtiges Thema, falscher Adressat.

Die Plattform Campact ruft seit dem 17. März 2021 zu einer Aktion gegen die Caritas auf. Die Organisation will „den Ärger um die Caritas noch verstärken und die Tarifentscheidung ins Wanken bringen”.

Die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas hat am 25. Februar einen Antrag der Gewerkschaft ver.di und des Arbeitgeberverbands BVAP abgelehnt, einen zwischen ihnen ausgehandelten Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Die Zustimmung von Caritas und Diakonie wäre notwendig gewesen, um diese Allgemeinverbindlichkeitserklärung zu erreichen.

Fakten zu den Äußerungen von Campact

Fakt ist: Campact richtet seine Kampagne an den falschen Adressaten. Denn der Ärger über schlechte Arbeitsbedingungen in der Altenpflege, wie ihn Campact erzeugen will, sollte dort landen, wo er verursacht wird: bei privaten Arbeitgebern. Statt "Ärger um Caritas" sollten die den Ärger haben, die Pflegekräften Dumpinglöhne zahlen!

Fakt ist: Die Kampagne von Campact macht die Caritas zum Sündenbock für schlechte Löhne und Arbeitsbedingungen in privaten Pflegeeinrichtungen. Sie richtet sich dadurch auch gegen 700.000 Mitarbeiter_innen der Caritas, die pflegen, begleiten, beraten und betreuen. Sie werden so zum Angriffsziel für Kritik an Verfehlungen der Politik, die zulässt, dass Pflege zum Geschäft für Investoren auf den Rücken der Mitarbeitenden wird.

Fakt ist: Die Caritas setzt sich seit Langem für bessere Bedingungen in der Pflege ein. Unter anderem, indem wir eine Tarifbindung fordern. Dann würden nur Anbieter auf dem Markt agieren dürfen, die nach Tarif zahlen. Dafür üben wir Druck auf die Politik aus, denn was Bundesgesundheitsminister Spahn bisher vorschlägt, geht nicht weit genug.

Campact geht es offenbar um den Dritten Weg

Wird die Caritas zum Sündenbock, weil Campact eigentlich ein anderes Ziel verfolgt, als Pflegekräften zu besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen zu verhelfen? Campact geht es offenbar um den Dritten Weg, das kirchenrechtliche Arbeitsrecht und das Tarifwerk der Caritas. Ver.di verfolgt übrigens seit Langem das Ziel, den Dritten Weg zu torpedieren.

Fakt ist: Der Dritte Weg, verankert im kirchlichen Arbeitsrecht, sorgt bei der Caritas für eine hohe Tarifbindung, faire Bezahlung und gute Bedingungen für Beschäftigte. Einigungen darüber werden nicht mittels Arbeitskämpfe, sondern im Dialog zwischen Arbeitnehmern und Mitarbeiterinnen erreicht. Wir sind stolz auf dieses System. Sein Ende würde viele unserer 700.000 Mitarbeiterinnen schlechter stellen. Das kann doch niemand, der für die Belange von Pflegekräften eintritt, wollen (lesen Sie hier mehr zum Dritten Weg und zum Kirchlichen Arbeitsrecht).

Die Caritas fordert:

Forderung 1: Pflege muss attraktiv werden.

Alle Pflegekräfte sollen auf dem Niveau der Caritas entlohnt werden. Dazu gehören neben einem höheren Stundenlohn, eine gute betriebliche Altersvorsorge und angemessene Überstundenregelungen.

Forderung 2: Pflege muss bezahlbar bleiben.  

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen sich gute Pflege leisten können. Dafür müssen die Pflegebeiträge gedeckelt und die aktuelle Pflegeversicherung zu einer echten Teilkaskoversicherung umgebaut werden.

Forderung 3: Keine Pflege ohne Tarif!

Schluss mit Dumpinglöhnen! In Zukunft sollen Unternehmen Pflege nur anbieten dürfen, wenn sie ihre Mitarbeitenden nach Tarif bezahlen.

Weitere Informationen zum Thema:

Tarifbindung darf keine Mogelpackung sein

Caritas fordert bessere Pflege

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