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Seit dem 01. September 1999 hält der Caritasverband Bad Kissingen die Fachstelle für pflegende Angehörige vor. Die Angebote sind offen für alle pflegenden Angehörigen, die in der häuslichen Umgebung einen Menschen versorgen und pflegen.

Der Beratungsalltag zeigt, dass viele pflegende Angehörige die Pflege eines Menschen leisten, obwohl sie selbst physisch und psychisch erschöpft, gesundheitlich gefährdet sind und sich allein gelassen fühlen. Die meisten Angehörigen jedoch, sehen die Pflege als „normale“ Familienaufgabe an. Es werden über 80% aller Pflegebedürftigen unter Aufbringung vieler „Opfer“ in der häuslichen Umgebung gepflegt.
Zum Pflegenden wird man häufig über Nacht. Der Vater hat einen Schlaganfall, die Mutter ist gestürzt. Eine Vorbereitung wie auf die Elternschaft, gibt es in vielen Fällen nicht. Eine Erkrankung zieht das „Sein“ des Menschen, sowie das eigene Umfeld in Mitleidenschaft. Die Sorge gilt gerade den Angehörigen.

So erzählte ein Angehöriger seine an Demenz erkrankte Frau stand Nachts auf und wollte zum Einkaufen gehen.
„Ich kenne dich, aber weiß nicht wer du bist!“ – bekommt ein Kind von seiner Mutter zu hören.
Eine Angehörige schildert: Ihr Vater fragt sie am Abend, ob die Schweine gefüttert sind. Er hatte früher Landwirtschaft. Anfangs habe sie widersprochen, was zu Konflikten geführt habe. Jetzt sage sie einfach nur „Ja“. Solche kleinen Notlügen sind manchmal notwendig.
So beschreibt ein Ehemann, wie sich seine Rolle immer mehr zu der des 24 Stunden Pflegers entwickelt hat.
Oder eine pflegende Tochter klagt, wie wenig Zeit und Energie für ihre eigenen Kinder und den Partner bleiben. Für Zärtlichkeiten am Ende des Tages fehle ihr einfach die Kraft.
Schamgefühle, Gerüche und sich auf der persönlichen Ebene mit Krankheit, Pflege und Sterben auseinanderzusetzen, wird von Angehörigen als schwierig empfunden.

Zahlreiche Problemstellungen wurden in den 15  Jahren von ganz unterschiedlichen Klienten benannt. Bekannt ist für Daniela Wehner, seit 15 Jahren tätig in der Caritas- Fachstelle für pflegende Angehörige, dass die Pflege eines Menschen weitreichende Auswirkungen auf die eigene Lebenssituation hat.

Neben der veränderten Lebenssituation beginnt mit der Pflege häufig der „Kampf“ mit Kostenträgern. Angehörige müssen zusätzlich entstehende Kosten aus eigener Tasche finanzieren. Für finanziell schlechter gestellte Familien, womöglich noch zusätzlich zur Aufgabe der Berufstätigkeit, um die Pflege überhaupt leisten zu können, ein Leben am Minimum.
Die Pflege selbst stellt in den wenigsten Fällen ein Problem dar, wie die im Jahr 2013, 482 geführten Beratungsgespräche belegen.

Weitere Aufgaben der Fachstelle sind Angehörigengruppen, Begleitung - Schulung und Vermittlung von ehrenamtlichen Helfern, Vorträge und Informationsveranstaltungen, sowie Schulungsreihen für pflegende Angehörige.
Die Tätigkeit in der Fachstelle umfasst 20 Wochenstunden und wird größtenteils vom Caritasverband Bad Kissingen aus Eigenmitteln finanziert.
Das Beratungsangebot ist ein kostenloses Angebot für pflegende Angehörige und bietet auch die Möglichkeit von Hausbesuchen vor Ort.
Zu erreichen ist die Caritas- Fachstelle für pflegende Angehörige unter der Nr. 0971 / 7246 91 13 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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